Das Qualifizierungsprogramm 2020 mit dem Thema „Künstliche Intelligenz (KI) auf dem Weg in die Versorgung?” sollte im März im Bundesministerium für Gesundheit starten. Aufgrund der Corona-Krise musste das Modul leider ausfallen.

Am 6. und 7. Mai 2020 fand nun das erste tranSektoris Modul als Webkonferenz statt. Gastgebende war der Bundesverband für Gesundheits-IT (bvitg). Was hätte passender sein können? Es waren herausfordernde zwei Tage und ein sehr gelungener Pilot!

 


Von links: Axel Meineke, Geschäftsführer des Radiologienetzes NRW und Co-Moderator dieses Moduls

“Eine*r stellt den anderen vor”, Co-Moderator und Mitgestalter
Jeder der Teilnehmer*innen hatte sich im Vorfeld schon mit einer Person aus dem diesjährigen tranSektoris Team beschäftigt und so stellte “eine*r den anderen vor.” Dr. Renate Müller, Gründerin von tranSektoris - Leadership in Healthcare begrüßte die Teilnehmer*innen und moderierte die beiden Tage der Webkonferenz zusammen mit Axel Meinke.


Dr. Renate Müller, Gründerin von tranSektoris - Leadership in Healthcare

Der Co-Moderator war selbst schon Teilnehmer des tranSektoris Programms und ist Geschäftsführer des Radiologienetzes NRW.



Luisa Schmitt, Siemens Healthineers, hatte die Vorbereitung der ersten Webkonferenz ebenso mitgestaltet wie Dr. Margarethe Wacker, Manager Health Economics Market Access bei GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, sowie Sascha Hammerschmidt, Assistenz der Geschäftsführung von Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.. Die beiden hatten Kernfragen an die Referent*innen gemeinsam erarbeitet.

Vision: Europäischer Datenschutzraum




Sebastian Zilch, Geschäftsführer Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.) war erster Referent. Er gab eine Einführung zum Thema Künstliche Intelligenz von einem industriepolitischen Standpunkt und einen Überblick darüber, wie der Verband sich politisch mit dem Thema auseinandersetzt. Drei große Herausforderungen sind bei diesem Thema zu meistern: gesellschaftlich akzeptierte Lösungen auf Fragen der Medizinethik zu finden, Rechtsrahmen sicher zu gestalten und Datenqualität & Verfügbarkeit zu definieren. Auch Sebastian Zilch ist Alumni des tranSektoris Qualifizierungsprogramms.


Unten rechts: Sebastian Zilch, Geschäftsführer Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.)

Case Study: Vorschläge aus der Gruppe
Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, Vorschläge aus ihrem Arbeitskontext mitzubringen, die sie mit dem sektorübergreifenden Knowhow der anderen Teilnehmer*innen diskutieren möchten. Die Gruppe wählte aus, welche sie in den kommenden Modulen bearbeiten wollen.

Datengetriebene Gesundheitssysteme & der “Digitale Zwilling”




Dr. Michael Meyer, Head Government Affairs Program bei Siemens Healthineers, stellte Modelle und Anwendungen von KI vor. Mit Unterstützung von KI helfen vernetzte Gesundheitsdaten aus Radiologie, Pathologie, Labor und Pharmazie medizinischem Fachpersonal in ihren Therapieentscheidungen. Die Datensammlung über den gesamten Lebensweg einer Person könnten zu einem Digitalen Zwilling führen. An ihm statt am Patienten ließen sich Therapieoptionen vortesten. Der "Digitale Zwilling" entsteht aus den zusammengeführten persönlichen Gesundheitsdaten. Das erlaubt die Simulation der verschiedenen Optionen und ermöglicht die Entscheidung für die am besten geeignete Therapie. Wie der Weg dorthin aussehen könnte, wurde stark diskutiert.




Am zweiten Tag:

KI Anwendungen bei 3M
Der zweite Tag begann mit Andreas Kassner, Strategy & Innovation Manager – Health Information Systems, Health Care Business Group, 3M D-A-CH Region und stellvertretender Vorstand des bvitg. Er gab Einblicke in die Anwendungen & Beispiele von KI bei 3 M. Der besondere Fokus lag dabei auf der Spracherkennung und -Steuerung für die klinische Dokumentation.



Ziel ist es, Ärzte und medizinische Fachberufe administrativ zu entlasten. Denn ca. 40% der Arbeitszeit wird jetzt in die Dokumentation investiert. Die erste Stufe ist, gesprochene Sprache verlässlich und korrekt in ein schriftliches Dokument zu überführen. Dies ist bereits in der Anwendung erfolgreich. Die nächsten beiden Schritte, nämlich die erfaßten Patientendaten mit KI in einen Gesamtkontext von ähnlichen Daten zu stellen, zu analysiern und daraus Handlungsempfehlungen zu generiern, ist noch in einer frühen Phase.


Rechts oben: Andreas Kassner, Strategy & Innovation Manager – Health InformationSystems, Health Care Business Group, 3M D-A-CH Region und stellvertretender Vorstand des bvitg

Reflexion, Diskussion & Einblick in Arbeitsgebiet
Anschließend fand das gewohnte „Zusammengefasst & Vorgestellt“ statt, wo die Teilnehmer*innen die Ergebnisse und Eindrücke des Vortages aufarbeiten, diskutieren und zusammenfassen.



tranSektoris legt großen Wert darauf, auch Einblicke & Themen aus den Aufgabenfeldern von Teilnehmer*innen zu vermitteln. Dr. Monika Steinbrecher, Referentin für Ethik im Gesundheitswesen im Bundesministerium für Gesundheit, war die erste Teilnehmerin, die vorstellte, mit welchen Themen und Inhalten sich das Referat beschäftigt.


Unten links: Dr. Monika Steinbrecher, Referentin für Ethik im Gesundheitswesen im Bundesministerium für Gesundheit,

Danach endete ein außergewöhnliches Modul. Vermisst wurde nur eines: dass man sich nicht am Abend noch einfach so zusammensetzen konnte. Aber das kommt wieder.

[Bildergalerie] [Programm 2020]

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